Eine Weltklasse-Schauspielerin zu Gast in Solingen
Eine der berühmtesten Clowninnen der Welt tritt in Solingen auf!
Die Schweizer Künstlerin Gardi Hutter ist Schauspielerin, ausgebildete Clownin und Autorin zahlreicher Sketche für das Fernsehen und vieler Kinderbücher. Sie ist ein Phänomen: abgründig komisch, genial verdreht, witzig und frech, zärtlich und bösartig.
Ihre Frauenfiguren sind eine Ansammlung von weiblichen Untugenden. Sie macht sich über Frauen lustig, ohne sie klein zu machen. Ihre Figuren sind Gigantinnen der weiblichen Dunkelseite.
Sie sei „die erste Clownin, die frech und aggressiv die gängigen Frauen tugenden unterlaufen und auf die
Bühne gebracht hat“, sagt Gardi Hutter von sich selbst.
Nach einer dreijährigen klassischen Schauspiel- und Theaterpädagogik-Ausbildung an der Schauspielakademie Zürich arbeitete sie ein Jahr in beiden Berufen und verbrachte dann eine dreijährige Clownsgesellenzeit in Italien.
„Wer Clown werden will, muss seine eigene Figur kreieren, er muss etwas Eigenes finden, und das ist ohne große Krisen nicht möglich. Wenn du Frau bist, hast du noch immer grundsätzliche Zweifel, ob’s überhaupt möglich ist. Du hast nicht die Modelle, die bewiesen haben, dass es geht.“
Und dass es geht, das hat sie in vielen Produktionen bewiesen, wie z.B. in der Rolle der Hanna (2000) oder der Souffleuse (2004). In ihrer neuesten Produktion „Die Schneiderin“ verzaubert sie ihr Publikum. Allein schon das Bühnenbild mutet an wie eine Kulisse aus Alice im Wunderland, da drehen sich an einem abenteuerlichen Gestänge Schneiderpuppen in noch abenteuerlicheren Gewändern. Und mittendrin sitzt die Schneiderin, so bunt, so dick, mit einer Sprache, die an ein Nähmaschinenrattern erinnert. Riesenscheren, Nadeln und ein Nähkästchen mit amourösem Eigenleben bringen die Phantasie auf Touren.
Gardi Hutters Schneiderwelt hält viele Schicksalsfäden bereit. Es wird geflickt, zerschnitten, und zwischendurch dürfen die Puppen tanzen. Sie spielt Schicksal, verkuppelt Garnrollen miteinander und wird selbst zum Spielball eigener Empfindungen. Eine enttäuschte Liebe, eine verschluckte Nadel und die Schere im Kopf – alles hat einmal ein Ende, nur die Schneiderin versucht ihr Ende noch ein wenig hinauszuzögern. Ja, auch um Leben und Tod geht es in ihrem Programm. Ein Spiegel mahnt, befiehlt und lockt, und sie wehrt sich und muss doch am Ende nachgeben. Skurril, poetisch, aber auch zum Brüllen komisch und dann wieder melancholisch – Gardi Hutter beherrscht die hohe Kunst der Clownerie.
Davon zeugen auch die vieen Preise, die sie in ihrem Leben errungen hat. Hier nur eine kleine Auswahl:
Schweizer Kleinkunstpreis (2005)
Prix Blanc et Noir – St.Gervais (Frankreich,1988)
Fringe NYC – New York International Fringe Festival (2007)
Festival International des Pallasses d‘Andorra (2007)